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Die Viola oder Bratsche

Die Viola oder Bratsche ist ein Streichinstrument. Sie größer und klingt tiefer als die Violine (Das sie etwas größer ist als die Violine erkennst du auch auf dem Foto). Sie stellt das Alt-Instrument der Violinfamilie dar. Das Wort Bratsche leitet sich vom italienischen Viola da braccio (Arm-Geige) ab, was die Spielhaltung im Gegensatz zur Violo da Gamba (Bein-Geige) bezeichnet.

Der Bau der Bratsche ist der der Geige sehr ähnlich. Ein Unterschied zur Geige besteht in der Größe und Stimmung der Viola, deren Saiten eine Quinte, dass heißt fünf Tonschritte, tiefer auf c - g - d’ - a’ gestimmt sind. Der Klang der Bratsche wird als voll, weich, dunkel bis in die höchsten Lagen, immer etwas melancholisch, leicht rauchig und etwas näselnd beschrieben.

Die Eigentümlichkeit des Bratschenklangs beruht auf der Tatsache, dass der Körper der Viola für ihre Stimmung eigentlich zu klein ist: Da sie eine Quinte tiefer als die Geige erklingt, müsste der Körper auch im gleichen Verhältnis länger sein als der etwa 36 cm lange Geigenkorpus, also ungefähr 54 cm lang. So kommt es, dass sich die äußerlich so ähnlichen beiden Instrumente im Klang merklich unterscheiden. Ein größerer Instrumentenkörper bedeutet eine längere Mensur (schwingende Saitenlänge) mit demzufolge größeren Tonabständen. Die Griffhand und die Finger müssen daher permanent etwas gespreizt und trotzdem entspannt werden.

Bis in die Barockzeit hinein wurde die zweittiefste Stimme des Streichquintetts „Violo tenore“ genannt, die mittlere Stimme wurde dagegen „Viola alta“ genannt. Da sich die Spielanforderungen im Ensemble in Grenzen hielten, waren die Viole tenore trotz ihrer Größe spielbar.

Viele von ihnen wurden jedoch im 18. Jahrhundert brutal verkleinert, als der nunmehr nur vierstimmige Streichersatz der Frühklassik der Bratsche kaum bedeutende Aufgaben zuwies und man daher weniger an vollem Klang als vielmehr an bequemer Spielbarkeit interessiert war. Die Verwendung einer solistischen Bratsche in C.M. von Webers „Freischütz“ markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Bratsche. Das seither und bis in die Gegenwart wachsende Interesse an der Bratsche erforderte wieder klangvollere und damit größere Instrumente.

Bratsche oder auch Viola ist die romanische Bezeichnung für das mittelalterliche Saiteninstrument mit Bogen. Viola ist auch der Sammelname der im Abendland seit dem 16. Jahrhundert in verschiedenen Formen und Stimmlagen verbreiteten Streichinstrumente. Zu dieser Zeit traten ungefähr gleichzeitig zwei Familien hervor, die durch unterschiedliche Spielhaltungen unterschieden werden. Die Viola da braccio (Die in Armhaltung gespielte Familien), Viola da gamba (Die in Beinhaltung gespielte Familien).

Seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts bezieht sich der Name Viola auf das auch Bratsche genannte Altinstrument der Familie der Viola da braccio. Bratschen spielen bis heute die Mittelstimmen in einem Orchester, wobei sie im vergleich zu den vorherigen Jahrhunderten an Bedeutung für die Orchestermusik zugenommen haben.