Zum Inhalt springen

Die Querflöte

Ihr wundert euch sicher, dass man eine Querflöte als Holzblasinstrument bezeichnet, obwohl sie gar nicht aus Holz ist. Die Erklärung dafür ist, dass sie sich aus der mittelalterlichen Querpfeife beziehungsweise der Schwegelpfeife entwickelt hat, und diese wurden aus Holz hergestellt. Gegen Ende des Barocks, das war ungefähr um 1750, verdrängte die Querflöte die mittelalterliche Blockflöte und wurde zu einem Solo- und Orchesterinstrument. Die Querflöte wird aber nicht nur gerne im Orchester eingesetzt sondern auch für Rock- oder Jazzmusik verwendet.

Die erste Abbildung einer Querflöte stammte aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert vor Christus. Zu sehen war die Querflöte auf einem etruskischen Relief aus Perusa. Hier wurde das Instrument noch nach links gehalten erst im Mittelalter fanden sich erste Abbildungen einer nach rechts gehaltenen Querflöte.

Eine weitere Entwicklung der Querflöten fand in der Renaissance statt. Diese Flöten wurden Traversa, Fiffara, Schweizerpfeiff oder Fleuste d´Allemand genannt, sie waren einteilig mit zylindrischer Bohrung gebaut, dass heißt der Kopf der Flöte als auch der Fuß waren einheitlich dick. Insgesamt besaßen die Flöten 6 Löcher für Zeige- Mittel- und Ringfinger der beiden Hände aber keines für den Daumen. Die Löcher für die Finger waren gerade mal 6 mm groß und das Mundloch wurde Kreisrund gebohrt. Diese scheinbar einfachen Instrumente wurden sehr kunstvoll und mit großem Fingerspitzengefühl hergestellt. Bekannte Flötenmacher dieser Zeit waren Rafi, Schnitzer und Bassano.

Im Hochbarock waren die Flöten drei- und später Vierteilig. Die Bohrung war konisch, dass heißt das Kopfstück war dicker als der Fuß. Bekannte Flötenbauer dieser Zeit waren etwa Hotteterre, Naust, Rippert, Rottenburgh, Bressan, Stanesby, Denner, Oberlender,Palanca, Quantz und Lot. Im Großen und Ganzen kann man sagen dass in dieser Zeit viele Modernisierungen der Flöte stattfanden. Man konnte die Mittelstücke der Flöte austauschen. Außerdem wurde der Tonumfang durch weitere Bohrungen und das hinzufügen einer Klappe erweitert. Zur Erleichterung der Griffweise und des Spiels in allen Tonarten wurden im Laufe der Zeit immer mehr Klappen eingeführt.

Die Barock-Traversflöte, in der klassischen Form nach 1650 am französischen Hof entstanden, ist gegenüber der Böhm-Flöte im Klang viel intimer. Sie hat eine konische Bohrung und kleinere Mund- und Grifflöcher. Ihren besonderen klanglichen Reiz erhält sie durch die gabelgegriffenen Halbtöne, die in ihrer Obertonstruktur unterschiedlich sind und so jeder Tonart ihren ganz spezifischen Charakter geben. Ihre Möglichkeit, den menschlichen „Affekten” recht unmittelbar Ausdruck zu verleihen, entsprach ganz dem Wesen der barocken Ausdruckskunst. Sie wurde zu einem beliebten Soloinstrument.

 

 

 

Es gibt unterschiedliche Querflöten, aber die moderne Querflöte lässt sich in die folgenden drei Teile aufteilen...

Das Kopfstück: bei einer herkömmlichen Flöte ist das Kopfstück gerade, es gibt aber auch gebogene Kopfstücke als Lernhilfe für Kinder- oder bei tieferen Alt-, Tenor- und Bassflöten. So ist das Instrument einfacher zu greifen. Das Kopfstück besteht aus dem eigentlichen Rohr, dem Tubus, der aus verschiedenen Materialien bestehen kann. Im oberen Drittel befindet sich ein Loch mit aufgelötetem Kamin. Dieser trägt die gewölbte Mundlochplatte mit dem eigentlichen Anblasloch. Den Abschluss des Kopfstückes bildet der Stimmkorken im Tubus innen, er befindet sich über dem Anblasloch und kann zur geringfügigen Korrektur der Stimmung mit Hilfe der Stellschraube am Flötenkopf verstellt werden. Die Kerbe am unteren Ende des Wischerstabes sollte dann genau in der Mitte des Anblasloches sichtbar sein. Die Wölbung der Mundlochplatte, Form und Schnitt des Anblasloches und die Bohrung des Kopfstückes haben großen Einfluss auf Ansprache, Klangfarbe und Klangvolumen der modernen Querflöte. Es gibt auch Piccolo Flöten, die ein etwas kleineres Kopfstück haben. Sie sind auch schwerer zu spielen.

 

 

 

 

 

Das Mittelstück: bei den Klappensystemen am Mittelstück unterscheidet man ebenfalls zwei Bauweisen: Geschlossene Klappen: Die Finger betätigen sie, das Tonloch selbst wird allerdings von der Klappe verschlossen. Offene Klappen: Die Finger verschließen das Loch und betätigen die Klappen. zweite Variante hat den Vorteil, dass der Flötist die Luftgeschwindigkeit in den Fingerspitzen spürt, und sie so besser korrigieren kann. Zudem verlangt ein System mit offenen Klappen eine genauere Fingertechnik, die wiederum einem exakteren Flötenspiel zugute kommt. Die Griffmöglichkeiten sind ebenfalls sehr viel flexibler. Die offenen Klappen ermöglichen zahlreiche zusätzliche Griffe und Effekte.

Viele Querflöten, vor allem im Anfängersegment, haben eine E-Mechanik. Diese Mechanik wurde von den Flötenbauern Emil von Rittershausen und Djalma Julliot unabhängig voneinander entwickelt und erleichtert die Ansprache und Intonation der Töne e’’’ und fis’’’ in der hohen dritten Oktave auf Kosten eines etwas höheren Gewichtes. Die meisten professionellen Flötisten verzichten allerdings auf den Einsatz einer E-Mechanik, da die Töne mit guter Technik auch ohne sie zu realisieren sind.

 

 

 

 

 

Das Fußstück: man unterscheidet hier zwischen C-Fuß und H-Fuß: Bei Flöten mit einem C-Fuß ist der tiefstmögliche Ton das c’. Bei Flöten mit einem H-Fuß wiederum kann man noch einen Halbton tiefer spielen, also bis zum h. Der entscheidende Vorteil einer Flöte mit H-Fuß ist der Hilfsgriff für das c’’’’, der am Fuß angebracht ist, und die Tatsache, dass das Instrument in sich besser stimmt. Zudem ist die Flöte nicht so kopflastig, was dazu führt, dass sie während des Flötenspiels vom Musizierenden als leichter empfunden wird. Es gibt auch Flöten mit C-Fuß, an die noch ein Extrateil für das h angeschraubt werden kann.

Material: wie schon erwähnt wurden die ersten Flöten aus Holz hergestellt erst durch die Neukonstruktion durch den Flötenbauer Theobald Böhm wurden die ersten Flöten aus Metall hergestellt. Die erste Goldflöte erschien 1869, gebaut von Louis Lot. Neben Silber und Gold sind heute für den Flötenbau folgende Materialien gebräuchlich: vergoldetes Silber, Weißgold, Neusilber mit Legierung aus Kupfer, Zink und Nickel, Platin, Palladium, Nickel, Titan, Karbon, Messing, Edelstahl und Holz vor allem das sehr harte und pilzfeste afrikanische Grenadill, aber auch Cocus und Cocobolo. Die weicheren Holzarten Buchsbaum und Ebenholz werden wegen Riss- und Bruchgefahr heute kaum noch verwendet. Viele Flötisten experimentieren mit Kopfstücken, die aus einem anderen Material als der Rest des Instruments sind.

Die „normale“ Querflöte zählt zu den Sopraninstrumenten. Ein weiteres Instrument aus der Familie der Böhmflöten ist das Piccolo. Sie ist in der Regel eine Oktave höher als die Große Flöte.