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Der tiefe Holzbläser mit dem Doppelrohrblatt

Das Fagott gehört zur Gruppe der Holzblasinstrumente. Sein Name leitet sich aus dem italienischen Wort „fagotto“ für Bündel ab, da das Fagott aus vier rohrähnlichen Teilen besteht. Den untersten Teil nennt man „Stiefel“ (das kannst du dir gut merken, weil du Stiefel ja auch unten an den Füßen trägst). Auf den Stiefel werden dann nebeneinander die „Bassröhre“ und der „Flügel“ gesteckt und auf der „Bassröhre“ wiederum sitzt das so genannte Schallstück. An diesen vier Teilen befinden sich Löcher und Klappen, damit der Fagottist die Tonhöhe ändern kann.

Ein Fagott ist etwa 1,35 m hoch, würde man jedoch alle Rohre aufeinander stecken, hätte es eine Länge von ungefähr 2,9 m. Um auf dem Instrument spielen zu können, fehlt aber noch ein Teil: der metallene „S-Bogen“, der seinen Namen seiner besonderen Form verdankt. Ihn kannst du auf dem Foto gut erkennen. Am S-Bogen wird das Rohrblatt angebracht, in das der Fagottist hineinbläst. Im Orchester spielen Fagottisten als Nebeninstrument auch noch das sogenannte Kontra-Fagott, das eine Oktave tiefer klingt als das normale Fagott.

Schaut Euch doch mal dieses Video an. Dort seht Ihr unter anderem, wie ein Fagott zusammengebaut wird.

Ohne das Doppelrohrblatt könnte im Fagott kein Ton entstehen. Es ist das Mundstück des Instruments und besteht aus Pfahlrohr, einer besonderen Schilfart, und wird von den Fagottisten selbst gebaut. Kleinste Änderungen im Holz, seiner Wölbung und der Dicke haben große Auswirkungen auf den Klang des Instruments. Die Herstellung von Fagottrohrblättern ist ein langer Prozess, für den man viel Erfahrung braucht. Ein gutes Doppelrohrblatt kann etwa zwei bis sechs Wochen gespielt werden, bevor das Holz sich durch das Spielen so stark verändert hat, dass man es nicht mehr verwenden kann.

Im Mittelalter entwickelten sich verschiedene Instrumente mit Doppelrohrblatt, wie der Bass-Pommer, das Rankett oder der Dulzian. Sie alle sind Vorläufer des Fagottes - von der Form her ist allerdings der Dulzian am engsten mit dem Fagott verwandt. Mitte des 17. Jahrhundert begannen clevere Instrumentenbauer, den Dulzian aus mehreren Teilen herzustellen. Das gilt in der Musikgeschichte als die Geburtsstunde des Fagotts. Da man es zerlegen konnte und es sich besser transportieren ließ, war das Instrument besonders bei reisenden Sängern sehr viel beliebter als andere Bassinstrumente wie zum Beispiel der Kontrabass. Im Laufe der Zeit erhielt das Instrument zahlreiche zusätzliche Klappen, die das Spielen in höheren Lagen erleichterten.